Kirchentags-Resolution gegen die Abschiebungen von Roma in die Republik Kosovo

Zur aktuellen Situation

Rund 10.000 in Deutschland „geduldete“ Roma sind seit Inkrafttreten des Rückübernahmeabkommens zwischen der Bundesrepublik und der Republik Kosovo unmittelbar von Abschiebungen bedroht. Viele der Betroffenen leben und arbeiten seit fast 20 Jahren in Deutschland, nachdem sie Anfang der 1990er Jahre vor Bürgerkrieg, Verfolgung und Pogromen aus dem ehemaligen Jugoslawien nach Deutschland geflohen waren. Ihre Kinder sind in Deutschland geboren und aufgewachsen, gehen hier zur Schule, machen Abitur oder eine Ausbildung. Sie leben hier als Teil unserer Gesellschaft. Nun sollen sie in ein Land zurückgeschickt werden, das für die meisten schon lange keine Heimat mehr ist und dessen Sprache die Kinder nie gelernt haben. www.alle-bleiben.info

Amaro Drom - Unser Weg (SWR2 Dschungel)

Sendung am Mittwoch, 01.06.2011, 19.20 bis 20.00 Uhr

Junge Roma organisieren sich
Von David Siebert

Vor fünf Jahren haben die Brüder Hamze und Arsim Bytyci den Verein Amaro Drom für junge Roma gegründet, auf Deutsch "Unser Weg". Hamze ist Schauspieler und freiberuflicher Sozialarbeiter. Er hat über das Theater zu seinen Roma-Wurzeln gefunden und findet die "Zigeuner"-Klischees in den Filmen von Emir Kusturica "wenig hilfreich". Arsim ist Handwerker und kennt selber "keinen einzigen Roma der Wanderer ist", also nicht-sesshaft. Die beiden sind vor 22 Jahren mit ihrer Familie aus dem Kosovo geflohen und haben eine Odyssee durch Flüchtlingsheime erlebt, sogar in einer Kirche haben sie Asyl gefunden und sind dort der Abschiebung entgangen. Im Verein Amaro Drom engagieren sie sich unter anderem dafür, dass 10.000 in Deutschland geduldete Roma-Flüchtlinge aus dem Kosovo nicht abgeschoben werden, sondern hier dauerhaft heimisch werden können.

"Pfeil"-Sonderausgabe zum Jubiläum 60 Jahre djo-Deutsche Jugend in Europa

Wir freuen uns, die neue „Pfeil [online]“-Ausgabe präsentieren zu können. Aus einem besonderen Anlass haben wir eine Doppelausgabe vorbereitet: die djo-Deutsche Jugend in Europa ist nämlich in diesem Jahr 60 geworden!

Im Schwerpunktthema beschreiben die djo-Mitglieder aus unterschiedlichen Perspektiven, wie über diese Jahre der Weg der djo vom Vertriebenenverband zum Zuwandererverband verlief – von der Gründung der Deutschen Jugend des Ostens (DJO), die für viele Kinder und Jugendliche nach dem Zweiten Weltkrieg ein wichtiger Zufluchtsort in ihrem Leben wurde, über die Entwicklung eines neuen Selbstverständnisses des Verbandes, das den gesellschaftspolitischen Veränderungen seit den 60er Jahren folgte bis hin zur Öffnung der djo für die Migrantenselbstorganisationen.

Willkommen zuhause

wilkomenAm 14. April 2010 wurde das Rückübernahmeabkommen zwischen Deutschland und Kosovo unterzeichnet. Seitdem finden zunehmend Abschiebungen von aus dem Kosovo stammenden Roma statt. In den Flugzeugen sitzen Menschen, die meistens seit über zehn Jahren in Deutschland leben und nun im Kosovo ihre Heimat finden sollen. Wie gelingt es jemandem, der in Deutschland geboren und aufgewachsen ist, sich in einem fremden Land zu Hause zu fühlen, ohne dass er die Sprache beherrscht, ohne die Möglichkeit, die Straße in Ruhe und Sicherheit zu betreten? Wie viele Träume und Hoffnungen bleiben da noch übrig? Und wie fühlt man sich, wenn 40 Polizisten mitten in der Nacht an der Tür klingeln mit der Ankündigung: „Ihr habt 30 Minuten Zeit, eure Sachen zu packen.“? Der Film ermöglicht einen Einblick in das Leben abgeschobener Roma im Kosovo und solchen, die in Deutschland von der Abschiebung bedroht sind.

Terno Nilaj: Roma Jugend auf Bundesebene

 

Kooperationsabkommen von „Amaro Drom e.V. – interkulturelle Jugendselbstorganisation von Roma und nicht-Roma“ und djo-Deutsche Jugend in Europa unterzeichnet

Jugendverband

Selbstverständnis

Amaro Drom e.V. ist ein interkultureller Jugendverband von Roma und nicht-Roma mit dem Ziel, jungen Menschen durch Empowerment, Mobilisierung, Selbstorganisation und Partizipation Raum zu schaffen, um aktive Bürger(inn)en zu werden.  Als junge Roma und nicht-Roma übernehmen wir gemeinsam Verantwortung in der Gesellschaft für Achtung und gegenseitigen Respekt.