Themen

Zentrale Herausforderungen

Stigmatisierung und negatives Bild von Roma

Roma sind EU-Bürger_innen. Dennoch sind sie von einer starken strukturellen Diskriminierung betroffen und werden oft nicht als gleichberechtigte Bürger_innen akzeptiert. Vorurteile und Stereotype sind weit verbreitet und werden in den Medien, in Politik und Gesellschaft nicht ausreichend kritisiert und in Frage gestellt. Die Stigmatisierung von Roma und Antiziganismus sind einige der wichtigsten Ursachen der sozialen Ausgrenzung. Besonders viele junge Roma akzeptieren die Stereotypen der Mehrheitsgesellschaft als normal, reproduzieren sie und haben Angst, sich selbst als Roma zu identifizieren. Unser Anliegen ist das Streben nach einem besseren Leben für ALLE in EINER Gesellschaft, weshalb wir besonders betonen, dass nicht Roma das Problem darstellen, sondern ihre Ausgrenzung, Diskriminierung und schlechte soziale Situation. Wir wollen ein positives Bild von Roma als aktive Bürger_innen fördern und die Stimme der Roma stärken, um gegen Diskriminierung und Stigmatisierung zu kämpfen.

 

Wachsender Rassismus, Extremismus und Antiziganismus

Rassismus und Antiziganismus sind ein Problem der ganzen Gesellschaft. Wir sind sehr besorgt über die aktuelle Zunahme von Extremismus, Rassismus und Antiziganismus in vielen europäischen Ländern: In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Roma in Hassverbrechen getötet, Roma Kinder werden in segregierte Schulen geschickt, hohe Politiker benutzen Roma als Sündenbock wie zuletzt in Frankreich, Regierungen übernehmen nicht die gleiche Verantwortung für ihre Roma-Bürger_innen und rassistische und extremistische Parteien wurden Teil der staatlichen Institutionen. Dies erinnert uns an die Bedeutung der Holocaust- und Menschenrechtsbildung. Wir müssen junge Menschen stärken, um ein kritisches Denken und Aktivismus gegen populistische, rassistische, diskriminierende und extremistische politische Bewegungen zu entwickeln.

 

Die Situation junger Roma in Deutschland und Europa

Die starke Diskriminierung und Ausgrenzung von Roma stellt nicht nur die wohlhabende, tolerante und friedliche Zukunft Europas in Frage, sondern bringt die Potentiale und die Zukunft einer großen Gruppe von jungen Menschen in Gefahr! Über 30% der Roma sind derzeit unter 14 Jahren, vermutlich die Hälfte der Roma-Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt und dies in einer ständig alternden Gesellschaft. Eine zentrale Herausforderung ist es gegen die Ursachen der sozialen Ausgrenzung vorzugehen. Ausgrenzende Mechanismen, insbesondere die Stigmatisierung in Bildung und Beschäftigung, halten die jungen Menschen davon ab ihre Potenziale und Fähigkeiten zu entwickeln. Eine unglaublich hohe Zahl junger Roma werden auch in Deutschland in Sonderschulen abgeschoben.

 

Viele junge Roma haben Schwierigkeiten mit ihrem kulturellen Hintergrund durch die fortwährende Erfahrung der Diskriminierung. Wir nehmen dabei einen starken Mechanismus der Selbststigmatisierung wahr. Viele andere Jugendliche, die sich erfolgreich eine Perspektive erarbeiten, sehen sich gezwungen ihre Identität zu verleugnen und investieren ihre Fähigkeiten nicht für ihre Community. Vor allem in Deutschland sind tausende Roma Jugendliche, deren Eltern oder die selbst als Flüchtlinge vor Krieg und Vertreibung hierher kamen, täglich einer existenziellen Überlebensfrage ausgesetzt, da die Regierung sie auch nach 10 oder 20 Jahren mit einem Flüchtlingsstatus abschieben und jeglicher Lebensperspektive berauben will, zum Beispiel in den Kosovo, was aktuell zu einer sozialen und humanitären Katastrophe führt. Vielen neu zugezogenen EU-Bürger_innen wird das Recht auf Bildung verwehrt und Kinder und Jugendliche wachsen marginalisiert, ungebildet und ohne Perspektiven auf.